Freitag 18. Mai 2012

Der Name Altermatt hängt vermutlich mit der Bezeichnung eines landwirtschaftlichen Grundstücks (Matte) zusammen. Zur selben Begriffsgruppe gehören Namen wie Andermatt, Odermatt oder Zurmatten.
Ursprüngliche Heimat der Altermatt waren die Walsersiedlungen südlich des Monte Rosa, von wo sie in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Baumeister ins Solothurnische einwanderten und sich zunächst in Balsthal und Solothurn (Stadtbürgerrecht 1560) niederliessen. Ende des 16. und im 17. Jahrhundert waren sie im Schwarzbubenland als wandernde Baumeister tätig: 1594 erbauten sie das Spiessenhaus im Kloster Beinwil und 1648 die Klosterkirche in Mariastein. Während einzelne Zweige im Baugewerbe blieben, schlugen andere im 17. und 18. Jahrhundert die geistliche oder militärische Laufbahn ein: P. Hieronymus war 1745-1765 Abt von Mariastein, zahlreiche Altermatt dienten als Offiziere in Frankreich, drei im Generalsrang, darunter der berühmte Urs Altermatt  (1650-1718). Andere  Altermatt-Zweige kauften Mühlen, Wirtshäuser und grosse Bauernbetriebe.
Der Stammvater der Nunninger Altermatt, Wolfgang (1631-1711), kam aus Ramiswil und erwarb 1659 die Engi-Mühle  (bis heute im Besitz der Familie). Im 18. und 19. Jahrhundert liessen sich die Nunninger Altermatt in anderen Dörfern des Schwarzbubenlandes nieder und begründeten eine wohlhabende Müller- und Wirtedynastie: in Büsserach 1749, Büren 1793, weiter in Kleinlützel, Erschwil und Zullwil. In allen Dörfern, auch in Nunningen, gehörten die Altermatt zur wirtschaftlichen und politischen Oberschicht des Ancien Régime; sie stellten Dorfmeier und Gerichtssässen. Auch die ersten an Universitäten ausgebildeten Nunninger stammten aus dieser Familie, so der 1670 geborene Kapuzinerpater Urs und der 1851 geborene Gerichtspräsident und Dr. iur. Wilhelm aus Oberkirch. Bemerkenswert ist, dass die Vorfahren aller noch lebenden Schwarzbuben-Altermatt ursprünglich aus der Engi, aus Nunningen-Dorf oder aus Oberkirch stammten.

 

Wappenbezeichnung

In Blau ein silberner Sparren überhöht von zwei fünfstrahligen goldenen Sternen, im Schildfuss ein halbes Mühlerad in Gold.
Das Wappen kann von den Altermatt von Nunningen allgemein geführt werden.

 

zum Seitenanfang Letzte Änderung: 01. Februar 2006
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