Freitag 18. Mai 2012

Die Geschichte der Bezirksschule

1837 Schulgründung

1837 wurde der Grundstein für eine neue Bezirksschule im Bad Meltingen gelegt. Alle wichtigen Männer aus dem Gilgenbergerland (Gemeinden Fehren, Himmelried, Meltingen, Nunningen und Zullwil) besprachen die Zukunft der Schulen.

Das Image es genüge, wenn ein Knabe ein bisschen lesen und schreiben könne, wollte man abschaffen. Man wollte Schulen einführen, welche die Schüler fördern. Zu dieser Zeit war ein Kind nur bis Ostern schulpflichtig. Das sollte sich jetzt ändern.

Bis zu diesem Tage durften die Mädchen keine Oberstufenschulen besuchen. Herr Theodor Scherer regte an, man sollte auch Frauenzimmer-Bezirksschulen errichten. Das hiesse, die Mädchen würden wie bisher Handarbeit und Kochen lernen, aber neuerdings noch in eine getrennte (ohne Knaben) Bezirksschule gehen. Dies wurde auch angenommen.

 

Über die Lehrer

1937 verdiente ein Lehrer für 33 Wochenstunden rund Fr. 800, nebst freier Wohnung und 2 Klafter Holz ( 1 Klafter = 3 Ster, d.h. drei Kubikmeter Holz) im Jahr!

Früher gab es noch keine Autos, d.h. manche Lehrer mussten einen kilometerlangen Schulweg zurücklegen.

So z.B. Urs V. Gasser. Als in Breitenbach eine Stelle als Bezirksschullehrer frei wurde, nahm er sie an; er wohnte jedoch in Nunningen. Er musste also den ganzen langen Weg ins Lüsseltal jeden Tag aufs Neue bewältigen.

 

Über die Entstehung der Schulen

Die Gründung der Nunninger Bezirksschule war nur möglich, weil der Lederhändler Johann Hänggi mit seiner Spende von Fr. 5000 die Sache vorantrieb. Als Standort für die «Hochschule» war das sonnige Oberkirch vorgesehen. In Solothurn hatte man jedoch Zweifel, ob sich dies auf die Länge durchsetzten würde. Diese Zweifel waren berechtigt, denn das Projekt scheiterte kläglich.

Auch in Büsserach und Kleinlützel konnte man den Traum von der eigenen Sekundarschule vorerst vergessen. Der Durchbruch gelang im Jahre 1858 mit der Annahme des Gesuches der Bezirksschulkommission für die Bezirksschule Breitenbach.

Josef Hänggi, ältester Sohn des Johann Hänggi aus Solothurn, führte ab 1854 die Geschäfte seines Vaters mit Erfolg weiter. Mit 27 Jahren heiratete er die Nunningerin Elisabeth (Elisa) Hänggi. Die Ehe blieb kinderlos. So vergab das Ehepaar Hänggi-Hänggi 1862 testamentarisch 100'000 Franken zugunsten der Gemeinde Nunningen. 1871 ergänzten die beiden ihr Testament mit der Bestimmung, der gesamte Betrag solle ausschliesslich dem Schulfonds des Heimatortes zukommen und auf Zins angelegt werden. Der jährliche Zinsertrag durfte nur für schulische Zwecke eingesetzt werden, namentlich zur Gründung und Bestreitung der Kosten einer Bezirksschule. Kurz danach verstarb Josef Hänggi in Kairo. Durch das Legat blieben er und seine Gemahlin als Gönner der Schule in Erinnerung. Ihre Porträtfotos hängen noch immer im Eingang des Bezirksschulhauses.

zum Seitenanfang Letzte Änderung: 11. August 2011
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