Wednesday 8. July 2020
15.01.07 07:00 Alter 13 Jahre

Raubgräber auf der Portiflue

Spätestens seit Erscheinen des Nunninger Dorfbuchs anno 1996 weiss man im Gilgenbergerland fast überall, dass es in prähistorischer Zeit auf der Portiflue eine Fluchtsied­lung gab, vgl. Dorfbuch S. 75 ff. Archäologische Funde von Scherben, Schlacken und Knochen beweisen diese Tatsache. Es sind Objekte, die nur für die Wissenschaft von Bedeutung sind und keinerlei Marktwert haben. Umso unverständlicher sind Raubgrabungen: Wie kommt jemand auf die absurde Idee gleich sieben grosse Löcher bis auf den Felsgrund auszuheben und illegal nach weiteren prähistorischen Gegenständen zu suchen? Eine Begehung mit dem Archäologen Dr. Jürg Sedlmeier, Himmelried, hat den üblen Verdacht leider erhärtet:

Da oben auf der Portiflue waren kürzlich Raubgräber am Werk, die weder zur Natur, noch zur Geschichte eine vernünftige Beziehung haben.

Im NE Teil der unteren Terrassen haben sie mit Gewalt sieben bis 2 m2 grosse Löcher ins Erdreich gehauen und den Aushub einfach den Berg hinunter geworfen. Dabei weiss der Kenner, dass es nichts zu finden gibt – ausser den spärlichen Objekten, die den Wissenschaftlern wichtige Hinweise auf das bronzezeitliche und frühmittelalterliche Leben in unserer Region liefern.

Wer sich als Raubgräber betätigt macht sich strafbar und angerichteter Schaden ist kaum mehr gutzumachen.

Umso mehr müssen wir Sorge tragen zu den wenigen Zeugen unserer frühen Vergangenheit. Deshalb sind wir froh, wenn wir durch sachdienliche Hinweise aus der Dorfbevölkerung die Übeltäter herausfinden und ihrer gerechten Strafe zuführen können – auch wenn dies nur im ordentlichen Wiederzuschütten der Grablöcher läge!

Schützen wir uns vor Raubgräbern, die den gut doku­mentierten Zufluchtsort unserer Vorfahren mit System zerstören und bleiben wir wachsam!

 

Willi Menth, ehemaliger Präsident der Kulturkommission


zum Seitenanfang Letzte Änderung: 14. April 2015
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